Sonntag, 9. März 2008

Praxis der Selbsterforschung

( 1 ) Ich bin!

Stellen 'Sie' sich einmal folgende Fragen: 'wer sieht dies?'- 'wer hört dies?' - 'wer liest diesen Satz?' - 'wer denkt gerade darüber nach?' - 'wer fühlt dies?' - wer fragt überhaupt?'. Die Antwort ist immer: ' Ich! '. Ein blankes: 'Ich'. 'Ich' eben. 'Ich' bin ich. Dieses 'Ich' fühlt sich an wie ein 'ich bin' und wird kommuniziert als 'Ich'; das unausgesprochene 'Ich bin' ist ein Gefühl des 'Da-seins': 'Ich existiere'. Verfolgt man Gedanken, Empfindungen, Wahrnehmungen so auf ihren Ursprung, stellt man also fest: Der erste von allen Gedanken, diese erste Empfindung ist der Ich-Gedanke: 'Ich bin!' Ohne Zweifel, diese 'Ich bin' Vorstellung ist eine Urtatsache menschlichen 'Erlebens'. 'Ich bin', das ist Ex-istenz. Ex-istenz, das bedeutet wortwörtlich 'herausstehen', wie Wellen aus dem Ozean, wie diskrete Ereignisse aus dem 'Quantenschaum' superponierter Wahrscheinlichkeiten. Ex-istenz, das ist das Gegen-ständliche; eine Welt der Formen, Distinktionen, Unterscheidungen. Die alltäglich wahrgenommene Wirklichkeit. Die Welt von 'mir' und 'Dir'!

( 2 ) Ich bin Ego!

'Ich bin' hält sich immer für den Besitzer von 'diesem und jenem'. 'Ich denke', 'ich sehe', 'ich glaube', 'ich handle', 'ich bin dieses und jenes', 'mein Körper', meine Biograhpie'. Der Komplex 'Ich bin' greift immer in rückbezüglicher Weise nach 'Etwas', identifiziert sich mit diesem und jenen 'Etwas' und separiert sich von diesem und jenem 'Etwas' - selbstbegrenzende Identifizierung: 'Ich bin x', das ist: Ego. Es gibt jedoch keinen separaten 'Ich-Gedanken', der unabhängig von dem Objekt existiert, mit dem er sich identifiziert. Der 'Ich-Gedanke' scheint zu existieren, weil der Fluss der Identifikationen ständig läuft - 'Ich bin x'. Der 'Ich-Gedanke' will immer 'etwas sein' - aktiv wie passiv: der Besitzer, der Wahrnehmende, das Subjekt, der Denker, der Gedanke, der Körper. Die Liste ist gross, ebenso wie das 'Ego'. Er will immer 'etwas sein', denn er ist Ex-istenz.

( 3 ) Ich-Ich!

Doch hat dieses 'Ego' eine Realität? Es ist das uns scheinbar nächste, es spricht andauernd über sich selbst. 'Ich bin' ist der erste 'Gedanke', die erste Empfindung, der Urgedanke. Aber wenn wir einmal ergründen, wer dieses kommunizierte 'Ich' bzw. unausgesprochene 'Ich bin' eigentlich ist und woher es kommt, wenn wir uns somit dieses 'Ich-Gedankens' gewahr werden, wirft man das selbstbegrenzend-individuelle 'Ich' auf sich selbst zurück. Dabei entzieht man diesem Komplex seine Identifikationen mit Objekten, Gedanken und schlussendlich mit sich selbst - eine Implosion. Ein gespenstisches 'Ich', welches verschwindet, wenn man es nur ganz genau sucht, denn es war nie wirklich 'da'. Ein 'Aha'-Erlebnis. Und plötzlich: Es wird 'etwas' sichtbar das schon immer da war und ist. Eine Art 'letzter Zeuge', der alle Formen spielt, aber selbst nie bedingt ist an die Form. Das formlose 'Selbst', das 'Ich-Ich'. Dieser 'letzte Zeuge' ist 'nicht-Ding', potentielle 'Leere'. 'Leere' ist 'Form', 'Form' ist 'Leere'. Man kann also die Umklammerung dieses 'Ich bin x' lösen, indem das 'ich bin x' zu diesem 'Ich-Ich' führt - zur Quelle. Ein 'Ich' das nicht mehr dieses und jenes ist, nicht mehr dieses und jenes hat, keine Konzepte hat, sondern nur sich selbst ist. Bewusstsein nicht mehr auf Gedanken, Gefühle und Dinge ausgerichtet, sondern auf Bewusstsein selbst. Das ist das 'Selbst', pures rückbezügliches Bewusstsein. Es hat nichts, es ist nichts, Wahrnehmung ohne 'jemanden' der wahrnimmt, Bewusstsein ohne jemanden, der dieses Bewusstsein ist oder es hätte. Es ist was du bist. Dazu kann man nicht werden, aber man kann es sein. Einfach DAS. Was jenseits und tiefer ist als Ex-istenz -ist - was du wirklich bist.

( 4 ) Prä-Praxis

Wir wollen festhalten: Das 'Ich-Gefühl' ist immer vorhanden. Man kann seine eigene Existenz nicht leugen. Jeder sagt: 'Ich bin'. Es ist das, was jetzt gerade diese Zeilen liest. Deshalb kann sich jeder Mensch der Selbstergründung hingeben. Gewahrsein auf das 'Ich' - als gedankliche Bestätigung und im Laufe der Praxis letztendlich rein intuitiv - entzieht dem 'Ich' seine Identifikationen und letztendlich sich selbst seiner Grundlage. Als ausgefuxtes Werkzeug dafür dient die Ergründung mittels der Frage: 'Wer bin ich?' Darauf gibt es keine Antwort, da es kein 'Ich' gibt, das die Frage stellen könnte. Diese Erkenntnis wird direkt erfahren - Aha! Zusammenfassend wird also das 'Ich bin x' auf das 'Ich-bin' und schlussendlich auf das 'Ich-Ich' durch Elimination der Freiheitsgrade von selbstbegrenzender Identifikation ent-hüllt. Ego-Existenz-Selbst. Zuerst fällt 'die Welt' weg, dann das Bewusstsein des 'Ich bin'. Was übrig bleibt ist das 'Selbst'. Von Aussen ('wer hat diesen Gedanken?') zum (Ich(bin)!) nach Innen ('Wer bin ich?').

( 5 ) Die Praxis

Bestätigung  Ein beliebiger Gedanke bzw. eine beliebige Identifizierung wird zur Quelle ihrer Entstehung, dem Ich-Gedanken: 'Ich bin', rückgeworfen bzw. zurückverfolgt indem man sich als erstes fragt: 'Wer fühlt dies - ich fühle dies', 'wer sieht dies - ich sehe dies' usw... Die Antwort ist immer ' Ich! '. Dem 'ich bin x' wird sein 'x' genommen. Es bleibt 'Ich bin'. Dies ist die Anfangsstufe in der man seine Aufmerksamkeit nun auf genau dieses bestätigte Gefühl von 'Ich' oder 'Ich bin' oder 'Ich existiere' richtet, sowie eine Art geistige Bestätigung dass da ein 'Ich' ist, die die Form eines Gedankens oder einer Wahrnehmung annimmt.

Frage  Nächste Frage: 'Wer bin ich?' Unter 'Ich' versteht man das 'ich bin', 'ich existiere' - das was denkt, das was wahrnimmt und das was selber ein Gedanke ist. Also: 'Wer bin ich?' Man merkt: Darauf kommt keine Antwort. Zumindest keine Antwort in Form von Gedanken und Konzepten. Diese Frage zerstört alle anderen Gedanken, identifikationen und wird schliesslich selbst zerstört. Keine Antwort, 'Leere' - darin sollte man nun verweilen um weiter spielerisch und spürend zu ergründen, wer man ist, ' woher ' und in ' wem ' dieser erste Ich-Gedanke: 'Ich bin' - dieses Gefühl der 'auf-sich-selbst-zeigenden-Existenz' - entspringt: Wer ' ist ' ? Ich! 'Wer bin ich?' Also: 'Wer bin ich, in dem der 'Ich bin'-Gedanke auftaucht?'

Antwort  Die Antwort kann nur direkt erfahren, nicht 'gedacht' werden. Anfangs liegt jedoch die Schwierigkeit darin, dass man die Ergründung nach der Antwort fälschlich als Denkvorgang versteht. Dies ist ein Trick des 'Ego' das überleben will. Dazu formuliert es unmerklich die Frage 'Wer bin ich?' in die Frage 'Was bin ich?' um. 'Was' ist Objekt, ist Materie, ist Ding, etwas worauf man zeigen kann. 'Wer' ist Person, ist Identität, ist Subjekt, ist phänomenal. Darauf kann man nicht 'zeigen', deshalb gibt es keine gedankliche Antwort darauf, nur eine gefühlte. Da ist ein Unterschied. Falsche Frage, falsche Antwort; geht man diesem Trick nicht auf den Leim, stellen sich Gedanken von selbst ein.

Wiederbestätigung  Die Frage ist eher ein Hinweis darauf, den 'Ich-Gedanken' zur Quelle des 'Ich bin' zu begleiten und herauszufinden wo dieser 'Ich-Gedanke' entsteht; also intuitiv - spürend - lauschend - wartend - ohne jede Denktätigkeit, ohne Konzepte, aber vollkommen bewusst der empfundenen Antwort immer aktiv nachspürend. Tauchen dabei wieder Gedanken, Konzepte, kommunizierbare Antworten, Identifikationen auf, so bestätige man sich selbst, dass da ein 'Ich' ist, das mal wieder dieses und jenes hat und ist indem man fragt:

'Wer hat diesen Gedanken - 'Ich!'. Nächste Frage: 'Wer bin ich?'

Ich-Ich regt sich  Der Prozess wird im Laufe der Zeit mehr zum 'Sein' denn ein 'Handeln'. Keine Anstrengung ist dann mehr nötig, denn die Identifikationen haben sich gegen 0 reduziert. Durch die Ergründung:'Wer bin ich?' verweilt man an der Quelle des Ich-Gedankens 'Ich bin', ist sich dessen gewahr, ohne Anstrengung. Es gibt kein 'mehr-mehr' mehr zu tun, der Rest ist 'Gnade' und 'Gnade' wartet nur darauf, dass 'Gnade' geschieht. Es erfordert mehr Anstrengung zu sein was man nicht ist, als zu sein, was man ist. Zu sein was man nicht ist erfordert eine eine andauernde geistige Anstrengung, welche fast immer unbewusst erfolgt. Daraus folgt wiederum, dass Anstrengung die bewusste Aufmerksamkeit von der 'Ich-Ich'-Erfahrung abzieht, während das Beenden jeglicher Anstrengung die 'Ich-Ich-Erfahrung' erst ent-hüllt. Nicht tun, sondern sein. Und dann: Aha! - eine direkte Erfahrung. Vor dem 'Aha!' ist nach dem 'Aha!'; aber nur nach dem 'Aha!'.

( 6 ) Und dann?

Surfen auf Ex-istenz  Surfen oder nicht-surfen? Unsere Anfangs erwähnte simple Metapher - der Ozean - repräsentiert das 'Selbst'. Die 'Wellen' dieses 'Ozeans' sind die illusionären 'Formen' der 'Ex-istenz'. Nun, wenn schon 'Illusion', soll sie auch Spass machen. Man lässt 'Ex-istenz' zu, holt sich ein Surfbrett und 'reitet' die Wellen ohne sie jedoch selbst zu sein; 'Ich-Ich reitet Ex-istenz'. Das erfrischt, ist ein Nervenkitzel, treibt den evolutionären Impuls der Ex-istenz kollektiv in Richtung ? voran. Erleidet man jedoch immer wieder eine Bruchlandung, wird von den Wellen mitgerissen, sollte man die Surferei zumindest vorläufig an den Nagel hängen um die künstlich erzeugten Wellen wieder glatt zu bügeln. Auch als 'nicht-Surfer' gibt es als Potential 'Mu' zu tun.

Madhukar wieder-bestätigt ein 'Ich' das denkt, es sei zumindest 'Nichts'

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Mit freundlicher Genehmigung von Jetzt-TV. Quelle: Jetzt-TV



Folgende Zitate stammen von Sri Ramana Maharshi, welcher als einer der bekanntesten indischen Weisen des Advaita-Vedanta gilt. Er lehrte die Selbstergründung 'Atma Vichara'.

Ramana fasst zusammen

( 1 ) „Wenn andere Gedanken auftauchen, soll man sie nicht verfolgen, sondern sich fragen: ‚Wem kommen sie?’ Es spielt keine Rolle, wie viele Gedanken auftauchen. Sobald ein Gedanke auftaucht, sollte man mit Nachdruck die Erforschung betreiben: ‚Wem kommt dieser Gedanke?’ Die Antwort lautet: ‚mir’. Wenn man sodann fragt: ‚Wer bin ich?’, kehrt der Geist zu seiner Quelle zurück und der Gedanke verliert seine Kraft. Mit wiederholter Praxis wird der Geist die Fähigkeit entwickeln, in seiner Quelle zu bleiben.“

( 2 ) „Verfolge unerbittlich die Ergründung ‚Wer bin ich?’ Spüre die Wurzel deiner Persönlichkeit auf! Finde heraus, von wo der Ich-Gedanke entspringt! Wende den Geist nach innen! Mit der Praxis werden sich die Gedankenströme beruhigen und du fühlst eine untrügliche Intuition. Überlasse dich dieser Intuition. Lass dein Denken ein Ende nehmen und sie wird dich ans Ziel bringen.“

( 3 ) „Während wir zu unserer Quelle zurückgehen, wenn alle Gedanken verschwunden sind, erhebt sich ein Pochen, das aus dem Herzen auf der rechten Seite der Brust kommt und sich als ‚Ich-Ich’ manifestiert. Es ist das Zeichen dafür, dass das reine Bewusstsein anfängt, sich zu offenbaren. Aber es ist kein Ende in sich. Beobachte, von wo dieses Pochen ausgeht, und warte aufmerksam und stetig auf die Enthüllung des Selbst. Dann kommt die Bewusstheit, die Einheit der Existenz.“

( 4 ) „Die Gedanken müssen aufhören und das Argumentieren verschwinden, damit das ‚Ich-Ich’ sich erheben und spürbar werden kann. Das Spüren ist der erste Faktor, nicht der Verstand.“ [...] „Das, was ist, sagt nicht einmal mehr: ‚Ich bin’, denn gibt es irgendeinen Zweifel, dass ich nicht sein könnte?

( 5 ) „Die Vorstellung "Ich bin der Leib" ist der Faden, an dem Vorstellungen aller Art wie Perlen aufgereiht sind. Tauchst du aber tief hinab mit dem Fragen: Wer bin ich und woher? - so schwinden die Vorstellungen und das Wissen vom Selbst bricht strahlend auf als "Ich-Ich" in der Höhle des Herzens.“

( 6 ) „Ich-Ich ist das Selbst. ‚Ich bin dies oder das’ ist das Ego. Wenn das "Ich" allein verbleibt, ist es das Selbst. Trennt es sich plötzlich ab und sagt:"Ich bin dies oder jenes, ich bin so oder so", ist es das Ego.“

( 7 ) „Ebenso ist bei deiner Suche nach dem Selbst der einzige unfehlbare Schlüssel 'Aham-Vritti', der Ich-Gedanke, das 'Ich bin' als Grundvoraussetzung all deiner Erfahrungen. Kein anderer Schlüssel bringt dich so unmittelbar zur Selbstverwirklichung.“

( 8 ) „Das Wort 'Aham' (Ich) enthält einen sehr wichtigen Hinweis. Die beiden Sanskritbuchstaben, aus denen es besteht, nämlich A und HA, sind der erste und der letzte Buchstabe des Sanskritalphabets. Dieses Wort deutet an, dass es alles umfasst. Denn 'Aham' bedeutet die Existenz an sich.“

( 9 ) „Es gibt kein Erreichen des Selbst. Wenn das Selbst erreichbar wäre, würde das bedeuten, dass das Selbst nicht hier und jetzt ist, dass man es erst erreichen muss. Was man neu bekommt, wird man auch verlieren. Es wird also nicht von Dauer sein. Was nicht von Dauer ist, ist nicht wert, dass man danach eifert.“

( 10 ) „Wenn ein wahrhaft Suchender angewiesen wird zu meditieren, gehen viele zufrieden mit dieser Anweisung fort. Doch einer unter ihnen mag sich umwenden und fragen: ‚Wer bin ich, dass ich über ein Objekt meditieren soll?’ Ihm muss man sagen, er soll das Selbst finden. Das ist das Endgültige. Das ist Vichara.“

( 11 ) „Das Forschen nach dem Selbst ist sicherlich keine leere Formel; es ist mehr als die Wiederholung irgendeines Mantra. Wenn das Forschen: 'Wer bin ich?' bloß eine mentale Frage wäre, hätte sie nicht viel Wert. Der eigentliche Zweck der Selbsterforschung ist, Denken und Fühlen zu ihrem Ursprung hinzulenken. Es geht also nicht darum, dass ein 'Ich' nach einem anderen 'Ich' forscht.“

( 12 ) „Wenn der Geist aus dem Selbst herauskommt, erscheint die Welt. Deshalb erscheint das Selbst nicht, wenn die Welt erscheint; und wenn das Selbst erscheint, dann erscheint die Welt nicht.“

Der Mann im seltsamen Hemd: John David über Self-Inquiry:

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Mit freundlicher Genehmigung von Jetzt-TV. Quelle: Jetzt-TV


Samstag, 8. März 2008

David Godman über Selbsterforschung

David Godman:  "Nein, es hat nichts damit zu tun, sich der Inhalte des 'Mind' bewusst zu sein. Es ist eine spezifische Methode, die darauf abzielt, herauszufinden, wo der individuelle Sinn für ein 'Ich' entsteht. Selbsterforschung ist eine aktive Untersuchung, kein passives Bezeugen. Du denkst vielleicht darüber nach, was du zum Frühstück gegessen hast, oder du schaust einen Baum im Garten an. In der Selbsterforschung behältst du einfach eine Bewusstheit dieser Gedanken, du bringst deine Aufmerksamkeit zum Denkenden, der den Gedanken hat, zum Wahrnehmenden, der die Wahrnehmung hat.

Da gibt es ein 'Ich', das denkt, ein 'Ich', das wahrnimmt, und dieses 'Ich' ist auch ein Gedanke. Bhagavans Rat war, auf dieses innere Gefühl von 'Ich' zu fokussieren, um herauszufinden, was wirklich ist. Bei Selbsterforschung versuchst du herauszufinden, woher dieses 'Ich'-Gefühl kommt, zu diesem Platz zurück zu gehen und dort zu bleiben. Es ist nicht einfaches Beobachten, es ist eine Art von aktiver Untersuchung, in der man versucht herauszufinden, wie der Gedanke, eine individuelle Person zu sein, ins Sein kommt.

Du kannst die Natur dieses 'Ich' untersuchen, indem du dich selbst förmlich fragst 'Wer bin ich?' oder 'Woher kommt dieses 'Ich'?' Alternativ dazu kannst du versuchen,, eine fortwährende Bewusstheit dieses inneren Gefühls eines 'Ich' aufrechtzuerhalten. Jeder dieser Ansätze würde als Selbsterforschung gelten. Du solltest keine Antworten auf diese Fragen geben, so wie 'Ich bin Bewusstsein', weil jede Antwort, die du dir selbst gibst, nur konzeptuell aus der Erfahrung kommt. Die einzige korrekte Antwort ist eine direkte Erfahrung des Selbst.“ Quelle,Interview

Mittwoch, 27. Februar 2008

Das Potential als Selbst

An dieser Stelle kommen zu Wort: Andrew Cohen über die 'Natur' des 'Selbst' in welcher gewisse versteckte Analogien zu Interpretationen der Quantenphysik auszumachen sind, sowie der Mathematiker George Spencer Brown, welcher sein protologisches Kalkül 'Laws Of Form' in die Welt setzte. Gemeinsamer Nenner sei das volle, kreative nichtlokale Potential des 'Formlosen Selbst' bzw. der 'Leere', sowie der Spin/Drang zum evolutionär-ko-produktiven 'Sein' aus dem 'Nichts', sowie des daraus entstehenden Eindrucks eines 'Zeugen' welcher sich als 'Ich-bin', dem Ich/Ego meist verschleiert, indem es/er sich mit dem relativen 'Sein', den 'Dingen und Formen' als: 'Ich bin dies oder jenes, ich bin so oder so', direkt separierend identifiziert, da es/er sich vermeindlich von sich selbst als unterschieden betrachtet in etwas das sieht und etwas das gesehen wird.

Alles Nichts

Cohen:  "Dieser Seins-Grund ist leer. Es ist eine Leere ohne Objekte, Zeit, Raum und Gedanken. Aber alles, was existiert hat in diesem Nicht-Ort seinen Ursprung, auch du und ich. Es ist ein Paradox, denn obwohl dieser Nicht-Ort leer ist, ist er voll mit unendlichem, ungeborenem Potential. Es ist der Grund, aus dem wir alle entstanden sind, der Schoss des gesamten Universums. Vor 14 Milliarden Jahren, als Etwas aus dem Nichts entstand, verschwand dieses Nichts nicht einfach. Diese unmanifeste ungeborene Dimension ist der allgegenwärtige Grund, aus dem in jedem Moment alles entsteht. [...] Es ist ein großes Geheimnis darin. Und in der unendlichen Tiefe dieser Leere zeigt sich ein Wissen, ein reines Wissen, dass all unsere Fragen zu beantworten scheint und uns von unseren existenziellen Zweifeln befreit.“ Quelle

Cohen:  "Zu Beginn der Zeit entstand, aus unbekanntem Grund, etwas aus dem Nichts. Plötzlich erschien ein Impuls–der Impuls des Werdens, des Schöpfens und der Entfaltung. [...] Dieser Drang, Form anzunehmen, wurde allmählich zum gesamten Universum, und schliesst letztendlich auch dich und mich, so wie wir heute sind, ein. [...] Durch uns wird sich derselbe Impuls, der den gesamten evolutionären Prozess ausgelöst hat, seiner selbst bewusst und erwacht zu seinem eigenen tiefsten Wunsch: bewusst zu werden. [...] Das Wirken des authentischen Selbst in jedem Einzelnen von uns, ist nichts anderes als der eine evolutionäre Impuls, der die Schöpfung antreibt. [...] Ein mysteriöser Drang zu ständiger Entwicklung.“ Quelle

GSB:  "Was ein Ding ist, und was es nicht ist, sind, in der Form, identisch gleich. Das heisst, die identische Form oder Definition oder Unterscheidung agiert als die Grenze oder Beschreibung sowohl des Dinges als auch dessen, was es nicht ist. Daraus ist das Korollar, dass alles und nichts formal identisch sind, leicht zu beweisen (Beweis: Beiden fehlt jegliche Form überhaupt). An diesem Punkt ist der einzige Block gegen vollständige Erleuchtung die falsche Annahme [...], dass, weil nichts keine Form hat, keinerlei konditionierte Struktur besitzen kann [...]. Meine Lehre besteht zur Gänze darin, diesen Fehler richtigzustellen, indem sie klar zeigt, dass nichts in der Tat eine konditionierte Struktur hat, nämlich, dass wenn eine Unterscheidung "in" nichts getroffen werden könnte, dann das Ganze der konditionierten Ko-produktion, deren Operation unentrinnbar ist und vollständig sichtbar, unvermeindlich stattfinden würde, und das erkennbare Universum unvermeidlich erscheinen würde, ganz genau gemäss den Gesetzen "seiner" Form (in der Wirklichkeit der Gesetze der Form der Dinge, die "darin" erscheinen, da es selbst keine Form hat). [...]" Laws Of Form

GSB:  "Das Universum kann als Ausdruck einer Realität aufgefasst werden, die anders ist, als sie selbst. Betrachten wir für einen Moment die Welt, wie sie von einem Physiker beschrieben wird. Sie besteht aus einer Anzahl funda - mentaler Teilchen, die, wenn sie durch ihren eigenen Raum geschossen werden, als Wellen erscheinen. Nun ist der Physiker, der all das beschreibt, nach seiner eigenen Auffassung selbst aus diesen aufgebaut. Er ist die Konglomeration der Teilchen, die er beschreibt, gemacht, nicht aus mehr, nicht aus weniger, zusammengehalten durch die Gesetze, die er selbst gefunden und aufgezeichnet hat. Somit entkommt man nicht der Tatsache, dass die Welt, die wir kennen, aufgebaut ist, um sich selbst zu sehen. Um das zu tun, muß sie sich teilen in etwas das sieht, und etwas das gesehen wird [...]." Laws Of Form